Lange hat’s gedauert, bis echte Hilfe zwei Schäferhunde erreichte.

Letzte Woche beobachtete ich, dass sich zwei Schäferhunde in Dortmund auf einem müllplatzähnlichen Grundstück befanden. Müll, Bauschutt und Hänger boten keinen geeigneten Platz für eine artgerechte Unterbringung. Die Hunde lagen unter einem Hänger ohne Wasser und Futter und hatten keine Möglichkeit, sich artgerecht zu bewegen. Fremde Menschen fütterten sie. Doch so konnte es nicht weitergehen.
In der vergangenen Woche wurde wiederholt beim Tierschutzverein Groß Dortmund e. V. angerufen, um auf den schlechten Zustand der Hunde aufmerksam zu machen. Doch die Anrufer wurden mit dem Versprechen vertröstet, dass der Außendienst geschickt würde. Nur leider änderte dies nichts an der Situation der Tiere. Noch immer lagen sie draußen unter einem Hänger hinter einem Bauzaun.

Tatsache ist, dass bereits Ende 2006 auch das Veterinäramt (Tierschutz) und das Umweltamt (Lärmschutz: nächtliches Hundegebell) von Anwohnern - ohne sichtbaren Erfolg - informiert wurden. Auch eine Ordnungsverfügung gegen die Grundstückseigentümer, das Grundstück zukünftig nicht mehr als Abfallfläche oder Abstellplatz zu nutzen, besserte nicht die Hundehaltung.

Erst heute Abend, also acht Tage später, als einige Mitmenschen den Zustand der Schäferhunde nicht mehr ertragen konnten, riefen sie die Polizei. Eine Frau informierte die Westfälische Rundschau, die wiederum die Arche 90 informierte. Binnen 20 Minuten wurden die Tiere, die nicht mehr in der Lage waren, selbständig zu gehen, von der Polizei befreit und von einer Arche-Mitarbeiterin und einem Passanten behutsam in den Wagen getragen. Die Grundstückseigentümer erwartet nun eine Anzeige.

Happy end? Mitnichten. Es ist schon traurig, dass es so lange gedauert hat, bis man diesen Hunden helfen konnte. Wer weiß, wie lange die Tiere schon so gehalten werden?
Man kann nur hoffen, dass sich die Hunde schnell erholen und bessere Hundehalter finden werden.

Silvio Ströver