Gestern vor 22 Jahren: Tschernobyl
Posted by s.stroever on 27 Apr 2008 at 11:22 | Tagged as: 2008, Atmosphäre, Berichte & Meldungen, Energie, Erschreckendes, Europa, Jugendarbeit, Kinderarbeit, Kindgerechtes, Links, Naturschutz ohne Chance?, Radioaktivität, Sonst geht`s noch?, Tierschutz ohne Chance?, Tschernobyl, Ukraine, Umweltpädagogik, Umweltschutz, Wir lernen es nie..., menschlich, unheimlich
Tschernobyl ist lange her. Und manchmal habe ich den Eindruck, dass trotz der vielen humanitären Hilfen die radioaktiven Folgen der Reaktorkatastrophe vernachlässigt werden. Und vieles wird in Sachen Umweltschutz in Good Old Germany auch nur halbherzig angegangen, denn hierzulande setzt man wohl auch nicht wirklich auf den Ausbau der regenerativen Energie:
Kritischer sieht Rüdiger Rosenthal vom Umweltverband BUND das Vorgehen der Industrie. “Es ist natürlich gut, dass neue Kraftwerke gebaut werden, da sie wesentlich effizienter arbeiten”, sagte er. Doch vermisst er Investitionen in regenerative Energien. “Da sollte man noch einmal genauer hinschauen.”
Quelle:
http://www.wdr.de/themen/wirtschaft/
wirtschaftsbranche/energie/neuekraftwerke/index.jhtml
Ob es in Deutschland beim vereinbarten Atomausstieg bleiben wird, muss ebenfalls abgewartet werden. Immerhin gibt die Wirtschaft nicht nach, sodass zu befürchten ist, dass schwache Politiker wie z. B. Michael Glos (CSU) nachgeben werden. Natürlich muss es nicht so weit kommen, hoffen wir das Beste!
Für Kinder ist der Atom-GAU auf der folgenden Webseite gut erklärt worden, weshalb ich den folgenden Link empfehlen möchte:
http://www.wasistwas.de/wissenschaft/
alle-artikel/artikel.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=1731&cHash=b68b37dee0
Oder aber auch:
http://www.hanisauland.de/tschernobyl
Das war’s für heute,
Gruß,
Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge
Traurig nur, daß immer noch viele Leute über die Häßlichkeit der Windräder klagen und das Atomkraftwerk vorziehen. Der Mensch lernt eben nicht.
Ganz im Gegenteil, der Mensch ist ziemlich schnell dabei, zu lernen, wenn auch nur zu kurz gedacht: Er hat erkannt, dass Windräder Vögel töten und dass Kernkraftwerke für den Klimaschutz (Co2-Reduktion)ideal geeignet sind. Viele Länder argumentieren ja, gerade mit dem Bau von Atomkraftwerken etwas für den Klimaschutz zu tun. Wen interessiert die Gefahr eines weiteren GAUs und lästigen Strahlenmüll? Wen interessiert die hohen Kosten, die der Steuerzahler dafür aufbringen muss. Wen interessiert, dass solche Kernkraftwerke evtl. für Terroristen interessant sein könnten?
Ich empfehle dazu diesen Artikel aus der taz. Besonders prägnant dieser Absatz:
Ob die Zwischenfälle in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel, die falschen Dübel in Biblis oder der Wassereinbruch im Endlager Asse: Alle diese Fälle demonstrieren - ebenso wie die nun bekannt gewordenen Castor-Probleme - nicht nur die mangelnde Beherrschbarkeit der Atomtechnik, sondern ebenso die mangelnde Zuverlässigkeit der Betreiber.
Und das kann ich nur unterschreiben. Selbst wenn Atomkraft 100%ig sicher zu haben wäre (was ich mir nicht vorstellen kann), kann man diese Technik nicht einfach marktwirtschaftlich denkenen, tendenziell verantwortungslosen Turbokapitalisten in die Hand geben und darauf vertrauen, daß die sich schon an alle Auflagen halten werden.
Natürlich sind große Konzerne (wie z.B. Nokia oder die Deutsche Bank) generell dafür bekannt, ihre Gewinninteressen nur allzu gern dem Gemeinwohl unterzuordnen. Außer es geht um wirklich viel Geld.
Aber das wäre wirklich mal interessant: Gibt es denn wohl offizielle Aussagen darüber, ob und in welchem Ausmaß Kernkraftwerke bzw. die Lagerung des Atommülls in irgendeiner Weise sicher sein sollen?
Die Atomwirtschaft wird da sicher andere Aussagen zu haben, als Gegner.
Ansonsten wäre noch zu überlegen, wem man diese (sichere oder unsichere) Technik anvertrauen sollte? Einen platonischen Philosophenstaat mit einer Schicht von neutralen Atom-Weisen habe wir leider nicht…
Mögliches Fazit: Systembedingt ist das Ganze (umweltschutz-mäßig) zum Scheitern verurteilt?!