Inzwischen gehört es ja zum guten Ton, sich Produkte mit Biosiegel zu kaufen. Doch immer wieder wird man als Verbraucher in die Irre geführt, sodass es auch es hier leider wichtig ist, auf das Siegel zu achten und es kritisch zu hinterfragen. In irgendeiner TV-Sendung, die ich neulich sah, wies man darauf hin, dass es sich bei 5 % der eingekauften Produkte bereits um Bio-Produkte handelte. Obwohl es sich hier eigentlich nur um eine relativ kleine Zahl handelt, steht sie doch für eine stetig anwachsende Nachfrage, die schon in der Gegenwart nicht mehr mit einheimischen Produkten aus dem Öko-Anbau bedient werden kann. Die Folge: Es werden stattdessen viele ausländische Produkte eingeführt, um wirtschaftlich effizient auf den Bio-Boom reagieren zu können. Wenn das stimmt, sollte man als Endverbraucher nicht allzu gutgläubig einkaufen. Es macht also Sinn, Produkte zu kaufen, die nicht aufwändig transportiert werden müssen, Produkte, die der Saison entsprechen. Muss man denn im Februar schon frische Erdbeeren verzehren? Umweltschutz hat also immer auch ein bisschen mit Verzicht zu tun, der allerdings nicht wirklich weh tut.
Wenn man weiß, dass es in Europa gewisse Mindestnormen auch in der Öko-Landwirtschaft und -Tierhaltung gibt, so muss man leider davon ausgehen, dass viele Import-Waren mit einem EU-gültigen Bio-Siegel kaum mit deutschen Bio-Produkten zu vergleichen sind. Es ist also nicht immer gleich viel “Bio” drin, wo “Bio” darauf steht.
Wer also hierzulande auf Nummer sicher gehen will, kauft deutsche Bio-Produkte der folgenden Marken:

Bioland,

Biopark,

Demeter,

Ecovin,

Gaea und

Naturland.

Diese Siegel stehen für strengste Bio-Qualität, an die Produkte der Discounter und anderer Einrichtungen kaum heranreichen können.

Einen guten Bio-Siegel-Überblick gibt es in Form einer herunterladbaren Pdf-Datei von Greenpeace: http://de.einkaufsnetz.org/download/22985.pdf
Des Weiteren informiert auch der Bund über die wichtigsten Bio-Labels:
http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/landwirtschaft/service/biosiegel

Wichtig ist der Umstand, dass echte Öko-Betriebe neben dem eigenen Bio-Label bzw. dem staatlichen Biosiegel eine Nummer der Ökokontrollstelle (zum Beispiel DE-099-Öko-Kontrollstelle) angeben müssen (vgl. http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID4412710,00.html). Befindet sich kein solcher Zahlencode auf der Verpackung, handelt es sich hierbei um keinen Bio-Betrieb, der in der Lage wäre, wenigstens die Mindestnorm zu erfüllen.

Darüberhinaus sollte der kritische Endverbraucher auch nicht vergessen, soziale Projekte mit seinem Geldbeutel zu unterstützen. Wer beispielsweise Chiquita-Bananen kauft, sollte wissen, dass dieses Unternehmen sich offenbar dazu bekannt hat, Terroristen zu unterstützen. Dies berichtet jedenfalls Welt.de: http://www.welt.de/wirtschaft/article1197538/
Chiquita_gibt_Zahlungen_an_Terroristen__zu.html
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Zudem sollen Chiquita-Bananen viele Pestizide enthalten, so jedenfalls Epochtimes Deutschland auf ihrer Webseite http://www.epochtimes.de/articles/2005/11/04/6178.html.

Der Bund hat noch eine interessante Pdf-Datei zum kostenlosen Download für Sie bereitgestellt. Der Titel klingt recht provozierend: “Besser leben. Zu Bio wechseln.” http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/
aktiv_werden/besser_leben_zu_bio_wechseln.pdf

Wer wie ich gerne Fisch isst, darf natürlich nicht das MCS-Siegel (Marine Stewardship Council) ignorieren. Dieses - freilich nicht ganz unumstrittene - Fischsiegel ziert nicht nur Iglos beliebte Fischstäbchen, sondern auch viele andere Verpackungen, die geschützten Fisch beinhalten.
Passend dazu gibt es den WWF-Fischführer zum Download in Form einer Pdf-Datei:
http://www.wwf.de/themen/meere-kuesten/
fischerei/wwf-fischfuehrer

Also, Augen Auf beim Einkauf und dabei Vorbild für junge Konsumenten sein!
Es ist für die nachfolgende Generation oft schwierig, elterliche, traditionelle Kaufgewohnheiten zu durchbrechen.
Und als kritischer Blogger werde ich versuchen, selbst die empfohlenen Biosiegel stetig zu hinterfragen.

Gruß
Silvio Ströver, Dipl.Pädagoge