Ernährung

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Den Bio-Siegel-Dschungel durchforsten

Posted by s.stroever on 19 Apr 2008 | Tagged as: 2008, Bananen, Berichte & Meldungen, Bio, Bio-Siegel, Deutschland, Ernährung, Europa, Fisch, Für einen guten Zweck, Gift, Kauftipps, Klein anfangen!, Naturschutz ohne Chance?, Nordrhein-Westfalen, Pech gehabt!, Sonst geht`s noch?, Verbraucher, menschlich


Inzwischen gehört es ja zum guten Ton, sich Produkte mit Biosiegel zu kaufen. Doch immer wieder wird man als Verbraucher in die Irre geführt, sodass es auch es hier leider wichtig ist, auf das Siegel zu achten und es kritisch zu hinterfragen. In irgendeiner TV-Sendung, die ich neulich sah, wies man darauf hin, dass es sich bei 5 % der eingekauften Produkte bereits um Bio-Produkte handelte. Obwohl es sich hier eigentlich nur um eine relativ kleine Zahl handelt, steht sie doch für eine stetig anwachsende Nachfrage, die schon in der Gegenwart nicht mehr mit einheimischen Produkten aus dem Öko-Anbau bedient werden kann. Die Folge: Es werden stattdessen viele ausländische Produkte eingeführt, um wirtschaftlich effizient auf den Bio-Boom reagieren zu können. Wenn das stimmt, sollte man als Endverbraucher nicht allzu gutgläubig einkaufen. Es macht also Sinn, Produkte zu kaufen, die nicht aufwändig transportiert werden müssen, Produkte, die der Saison entsprechen. Muss man denn im Februar schon frische Erdbeeren verzehren? Umweltschutz hat also immer auch ein bisschen mit Verzicht zu tun, der allerdings nicht wirklich weh tut.
Wenn man weiß, dass es in Europa gewisse Mindestnormen auch in der Öko-Landwirtschaft und -Tierhaltung gibt, so muss man leider davon ausgehen, dass viele Import-Waren mit einem EU-gültigen Bio-Siegel kaum mit deutschen Bio-Produkten zu vergleichen sind. Es ist also nicht immer gleich viel “Bio” drin, wo “Bio” darauf steht.
Wer also hierzulande auf Nummer sicher gehen will, kauft deutsche Bio-Produkte der folgenden Marken:

Bioland,

Biopark,

Demeter,

Ecovin,

Gaea und

Naturland.

Diese Siegel stehen für strengste Bio-Qualität, an die Produkte der Discounter und anderer Einrichtungen kaum heranreichen können.

Einen guten Bio-Siegel-Überblick gibt es in Form einer herunterladbaren Pdf-Datei von Greenpeace: http://de.einkaufsnetz.org/download/22985.pdf
Des Weiteren informiert auch der Bund über die wichtigsten Bio-Labels:
http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/landwirtschaft/service/biosiegel

Wichtig ist der Umstand, dass echte Öko-Betriebe neben dem eigenen Bio-Label bzw. dem staatlichen Biosiegel eine Nummer der Ökokontrollstelle (zum Beispiel DE-099-Öko-Kontrollstelle) angeben müssen (vgl. http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID4412710,00.html). Befindet sich kein solcher Zahlencode auf der Verpackung, handelt es sich hierbei um keinen Bio-Betrieb, der in der Lage wäre, wenigstens die Mindestnorm zu erfüllen.

Darüberhinaus sollte der kritische Endverbraucher auch nicht vergessen, soziale Projekte mit seinem Geldbeutel zu unterstützen. Wer beispielsweise Chiquita-Bananen kauft, sollte wissen, dass dieses Unternehmen sich offenbar dazu bekannt hat, Terroristen zu unterstützen. Dies berichtet jedenfalls Welt.de: http://www.welt.de/wirtschaft/article1197538/
Chiquita_gibt_Zahlungen_an_Terroristen__zu.html
.
Zudem sollen Chiquita-Bananen viele Pestizide enthalten, so jedenfalls Epochtimes Deutschland auf ihrer Webseite http://www.epochtimes.de/articles/2005/11/04/6178.html.

Der Bund hat noch eine interessante Pdf-Datei zum kostenlosen Download für Sie bereitgestellt. Der Titel klingt recht provozierend: “Besser leben. Zu Bio wechseln.” http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/
aktiv_werden/besser_leben_zu_bio_wechseln.pdf

Wer wie ich gerne Fisch isst, darf natürlich nicht das MCS-Siegel (Marine Stewardship Council) ignorieren. Dieses - freilich nicht ganz unumstrittene - Fischsiegel ziert nicht nur Iglos beliebte Fischstäbchen, sondern auch viele andere Verpackungen, die geschützten Fisch beinhalten.
Passend dazu gibt es den WWF-Fischführer zum Download in Form einer Pdf-Datei:
http://www.wwf.de/themen/meere-kuesten/
fischerei/wwf-fischfuehrer

Also, Augen Auf beim Einkauf und dabei Vorbild für junge Konsumenten sein!
Es ist für die nachfolgende Generation oft schwierig, elterliche, traditionelle Kaufgewohnheiten zu durchbrechen.
Und als kritischer Blogger werde ich versuchen, selbst die empfohlenen Biosiegel stetig zu hinterfragen.

Gruß
Silvio Ströver, Dipl.Pädagoge

Expedition ins Tierreich - Die Wiese (DVD)

Posted by s.stroever on 05 Feb 2007 | Tagged as: DVD, Ernährung, Insekten, Tipp, Wiese

Heute möchte ich einmal Reklame machen:

Erst kürzlich habe ich die Doppel-DVD “Die Wiese - Entdeckungsreise durch eine Wunderwelt” erstanden. Diese DVD ist mit 16,99 € zwar nicht billig, aber dafür erhält man einen unglaublich schönen und interessanten Einblick in das “Wiesenwunder”.
2007_02_05_a_die_wiese_01.jpg
Da ich selbst gerne mit meiner Kamera auf “Insekten-Tour” gehe und somit auch ein Auge für das Kleine habe, ist dieser Film natürlich (für mich) eine schöne Sache.

Dort wurde eindrücklich beschrieben, dass die Wiese erst dadurch entstehen konnte, indem Pflanzenfresser die jungen Triebe der Bäume wegfraßen. Und auch der Mensch hat durch das Abmähen von Flächen jahrhundertelang dafür mitgesorgt, dass die buntesten Wildwiesen entstehen konnten. Die Wiese ist also im Prinzip nichts anderes als ein ständig nachwachsender Mini-Wald, der paradoxerweise erst durch den (durch Mähen und Weiden der Rinder verursachten) Tod buntes, neu aufkeimendes Leben hervorbringen konnte. Das Ganze verlief auch eigentlich ganz gut, bis die Landwirtschaft auf die Idee kam, Gülle und Jauche auf die Wildwiesen zu verteilen. Durch den Schmutz und Gestank wurden viele Insekten, aber auch Vögel und anderes Getier vertrieben, der Blumenvielfalt wurde ein jähes Ende bereitet. Nur die robustesten Sorten, allen voran der gelbe Löwenzahn, konnte sich mühelos verbreiten. Das war für mich eine erschreckende Erkenntnis, denn ich hatte immer gedacht, dass Löwenzahn-Wiesen auch (mehr oder weniger) natürlich seien.

Der Film zeigt aber auch die Lösung, die wie so oft, bei einem selbst liegt:

Da die Landwirtschaft, die die Wiesen so im Griff hat, scheinbar nur auf den Markt reagieren kann, muss man sich dessen bewusst sein und den Spieß umdrehen, indem man als Verbraucher auf ökologisch wertvolle Produkte zurückgreift. Wichtig ist es, sich z. B. entsprechende Milchprodukte zu kaufen, sofern man finaziell dazu in der Lage ist. Werden mehr Bio-Produkte gekauft, unterstützt man dadurch nicht nur den Bio-Bauer, sondern auch die Artenvielfalt auf unseren Wiesen. Kühe müssen nicht mehr auf Hochleistung getrimmt werden und gedüngtes Einheitsgras fressen. Wiesen brauchen auch nicht mehr so oft gemäht werden, da die Kühe mit weniger auskommen. So haben Insekten und andere Tierarten, die mehr Zeit für ihre Entwicklung (z. B. vom Ei bis zum geschlechtsreifen Tier) benötigen, mehr Zeit und Möglichkeiten, zu leben und sich entsprechend zu vermehren.
So kann aus langweiligen Löwenzahnwiesen und überdüngtem Grünzeug vielleicht wieder schnell ein buntes Wildblumenparadies werden, das doch auch so wichtig für das Ökosystem insgesamt ist.
Diese DVD enthält noch eine Zusatzs-DVD namens “Lange Ohren, flinke Beine” und sicher muss ich nicht viel dazu sagen. Insgesamt sind die Aufnahmen wunderschön geworden. Es gibt viele interessante Effekte, die z. B. aus einem fliegenden Käfer gleich ein “Kunstobjekt” machen. Ausgezeichnet wurde “Expeditionen ins Tierreich” laut der Angabe auf der DVD-Hülle mit dem Naturfilm-Oscar “Goldener Panda” und dem “World Media Award”, sicher nicht zu Unrecht.

Wer mehr dazu wissen möchte, klicke auf die folgende Seite

http://www.ardvideo.de/index.php?sid=55&ai=D61017&b=0

Silvio Ströver

Greenpeace warnt!

Posted by s.stroever on 13 Jan 2007 | Tagged as: Ernährung, Gift, Greenpeace, Verbraucher

Greenpeace hat mal wieder aufgedeckt:

Finger weg von Trauben & Kopfsalat!

Gift hin oder her, man tut sicher gut, die Produkte zu genießen, die saisonbedingt angesagt sind. Vor einigen Tagen staunte ich auch nicht schlecht: Kirschen, das Kilo sage und schreibe 11 Euro, zu sehen. Ehrlich gesagt, kann ich das noch immer nicht glauben, aber Giftspritzen und künstliches Aufpumpen von Pflanzen in Zeiten, die normalerweise keine Kirschen hervorbringen, kosten eben. Und wenn es auch die Gesundheit der Verbraucher kosten sollte, was soll`s….
Wem es schmeckt, bitteschön!

Gruß,

Silvio Ströver